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AWD verkaufen


06.02.2008
Bankhaus Lampe

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Christoph Schlienkamp, stuft die Aktie von AWD (ISIN DE0005085906 / WKN 508590) von "halten" auf "verkaufen" zurück.

Die zuletzt publizierten Zahlen von AWD hätten ein durchwachsenes Bild gezeigt. Der Umsatz habe im dritten Quartal 2007 mit 175 Mio. EUR unter den Erwartungen der Analysten von 180 Mio. EUR gelegen, wohingegen die Prognosen für das EBIT und den Periodenüberschuss getroffen worden seien. Positiv zu vermerken sei die weitere Verbesserung der Profitabilität mit einem Anstieg der EBIT-Marge um 0,2 Prozentpunkte auf 11,0% gewesen.

Ein merklicher Minuspunkt sei hingegen die Stagnation der Berater gewesen. Hier hätten die Analysten im dritten Quartal 2007 im Vergleich zum Vorquartal mit einem Plus von 125 auf 6.468 gerechnet. Tatsächlich aber habe sich die Zahl der Berater sogar um 1 auf 6.342 verringert. Diese Entwicklung sei insofern überraschend gekommen, da die Analysten nach dem Capital Markets Day von AWD Anfang Oktober noch davon ausgegangen seien, dass die Gruppe die Zahl der Berater steigern könne. Vor Monatsfrist habe AWD zudem bestätigt, dass es keine Massenabwanderung zum neuen Wettbewerber gebe.

Die wichtigsten Daten zur Geschäftsentwicklung hätten sich im dritten Quartal 2007 wie folgt dargestellt - Umsatzwachstum 1,7% auf 175,1 Mio. EUR, EBIT-Zuwachs um 3,2% auf 19,2 Mio. EUR, EBIT-Marge +0,2 Prozentpunkte auf 11,0%, Periodenüberschuss +3,7% auf 13,9 Mio. EUR, Marge +0,1 Prozentpunkte auf 7,9%, und Free-Cashflow bei 42,6 Mio. EUR (36,7 Mio. EUR). Der Neukundenzuwachs habe im dritten Quartal 48.100 (Zielwert: 50.000 pro Quartal) betragen.

Im Kernmarkt Deutschland habe die Gruppe in den ersten neun Monaten 2007 ein Umsatzplus von 3,5% erreicht. Problematisch sei die Geschäftsentwicklung in Großbritannien gewesen. Bedingt durch die Finanzkrise seien allein in Großbritannien die Umsatzerlöse im dritten Quartal 2007 um 9,9% hinter dem Vorjahreszeitraum zurückgeblieben. Weiterhin hohe Compliance-Aufwendungen und die unerwarteten Minderumsätze hätten die Ergebnisentwicklung merklich belastet. AWD Großbritannien habe in den ersten neun Monaten 2007 ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von -1,0 Mio. EUR erzielt und damit die Erwartungen deutlich verfehlt.

AWD und die Swiss Life Holding hätten sich, für die Analysten überraschend, Anfang Dezember über eine strategische Partnerschaft verständigt. Das vor Wochenfrist publizierte Übernahmeangebot zeige, dass die Übernahme in Form eines Barangebots zu 30,00 EUR je Aktie erfolgen solle. Die Annahmefrist laufe aktuell und ende am 22.02.2008 um 24:00 Uhr. Der Preis stelle eine Prämie von 35% auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten drei Monate vor der Bekanntgabe der Entscheidung zur Abgabe eines Übernahmeangebots am 03.12.2007 dar.


Swiss Life strebe mit dem Angebot die Mehrheit bei AWD an. Gemeinsam mit der Familie Maschmeyer halte Swiss Life bereits rund 46% der Aktien von AWD. Eine Mindestannahmequote sehe das Angebot nicht vor. Der Unternehmenssitz der AWD Gruppe solle auch nach der Übernahme einer Mehrheit durch Swiss Life in Hannover bleiben. AWD werde bis auf weiteres börsennotiert bleiben. Der Gründer, Großaktionär und CEO von AWD, Carsten Maschmeyer, werde angabegemäß noch mindestens fünf weitere Jahre an der Spitze des Unternehmens bleiben und die Weiterentwicklung von AWD gewährleisten.

Swiss Life erhalte als wichtiger Produktpartner von AWD eine zusätzliche Vertriebskraft in Deutschland und in der Schweiz. Zudem öffne AWD Swiss Life den Zugang zum österreichischen Markt und zu den Wachstumsmärkten in Zentral- und Osteuropa. AWD erhalte durch Swiss Life einen Partner, um damit das internationale Wachstum fortzusetzen und neue Märkte zu erschließen. Ob die Unabhängigkeit der Beratung sowie die Marke und der Marktauftritt von AWD auch langfristig erhalten bleiben würden, sei nach Erachten der Analysten offen.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der AWD würden die strategische Partnerschaft unterstützen. Der Vorstand befürworte das Übernahmeangebot und beabsichtige, den Aktionären die Annahme des Angebots zu empfehlen. Die Familie Maschmeyer werde das Angebot für ca. 20% der AWD-Aktien annehmen und werde damit mit ca. 10% an AWD beteiligt bleiben.

Bei der Analyse sei zu beachten, dass AWD selber aktuell keine konkrete Guidance für 2007 veröffentlicht habe. Vor der Publikation der Neun-Monats-Zahlen habe die Gruppe für 2007 noch ein Umsatzplus von 10% und einen überproportionalen Ergebnisanstieg in Aussicht gestellt. Bis Ende September 2007 habe AWD hier ein Umsatzplus von 7,5% und einen EBIT-Anstieg von 11,9% erreicht.

Insgesamt werde die Kursentwicklung der Aktie durch das aktuelle Übernahmeangebot bestimmt. Bislang sei die Unabhängigkeit von AWD eine wesentliche Säule des Geschäftsmodells gewesen, die nach Erachten der Analysten mit der Umsetzung der Transaktion infrage stehe.

Aktuell empfehlen die Analysten vom Bankhaus Lampe, die AWD-Aktie zu verkaufen, auch wenn sie das glauben, dass sich AWD in einem wachsenden Markt bewegt und das Geschäftsmodell intakt ist. Das Kursziel sehe man weiterhin bei 30 EUR. (Studie "MDAX-Guide Frühjahr 2008" vom 05.02.2008) (06.02.2008/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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